Als Raubtier skulpturierter Keramikkrug mit Bogenfuß, Ton, 800 –1500 u. Z.
© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Sebastian Eggler
Großer Goldanhänger in Form einer Tarantel, Gold-Kupfer-Legierung, 700 – 1500 u. Z.
© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Sebastian Eggler
Keramikgefäß in Form eines Truthahns, Ton, 800 – 1500 u. Z.
© Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum / Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss, Foto: Sebastian Eggler
Highlight
Jahrhundertealte, kunstvolle Keramik mit tierähnlichen Designs und reich verzierten Mustern.
Bronzeskulptur eines Insekts mit filigranen Details und dekorativem Rahmen.
Terracotta-Krug mit rot-weißer Bemalung und Tierkopf-Applikation auf schwarzem Hintergrund.
Highlight

Über 130 außergewöhnliche Objekte aus Gold, Grünstein, Ton und Pflanzenfasern erzählen in der Ausstellung Costa Rica: Kulturelles Erbe und biologische Vielfalt von der engen Beziehung zwischen Mensch und Natur. Zu sehen sind präkolumbische und historische Zeugnisse, die das Leben Indigener Gemeinschaften Costa Ricas dokumentieren: Alltagsgegenstände, kunstvoll gefertigte Darstellungen von Menschen, Tieren, Pflanzen, Mischwesen und Schaman*innen. Es handelt sich um Objekte, die handwerkliche Traditionen und spirituelle Vorstellungen sichtbar machen.

Die Ausstellung folgt einer Perspektive, in der der Mensch nicht über der Natur steht, sondern Teil einer lebendigen und beseelten Welt ist. Historische Objekte treten dabei in einen Dialog mit heutigen Indigenen Perspektiven, Mythen und Erzählungen. So wird deutlich, dass die gezeigten Objekte für viele Angehörige Indigener Gemeinschaften keine Relikte der Vergangenheit sind, sondern Ausdruck gelebter Erinnerung und kultureller Kontinuität.

Am Beispiel Costa Ricas, einer der artenreichsten Regionen der Erde, lädt die Ausstellung dazu ein, das Verhältnis von Mensch und Umwelt neu zu betrachten. Sie macht deutlich, dass Natur weit mehr ist als eine Ressource: Sie ist Lebensraum, kulturelles Erbe und Grundlage gesellschaftlicher Identität. Vor dem Hintergrund globaler Umwelt- und Klimakrisen regt die Ausstellung dazu an, die Bedürfnisse der Natur stärker in den Mittelpunkt zu rücken und neue Perspektiven auf ein nachhaltiges Miteinander zu entwickeln.

Grundlage der Ausstellung ist eine der größten Zentralamerika-Sammlungen in Europa. Diese wurde vom Wissenschaftler Walter Lehmann zwischen 1907 und 1909 für das damalige Berliner Völkerkundemuseum zusammengetragen. Neben archäologischen und ethnografischen Objekten des heutigen Ethnologischen Museums umfasst die Präsentation auch Lehmanns Sprachaufzeichnungen und weitere bedeutende Zeugnisse kulturellen Wissens, die bis heute von großer Relevanz sind. Viele dieser Dokumente kommen aus dem Bestand des Ibero-Amerikanischen Instituts, Stiftung Preußischer Kulturbesitz, das ebenfalls Leihgeber der Ausstellung ist.

Die Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit zwischen dem Ethnologischen Museum, Staatliche Museen zu Berlin der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss sowie zwei der bedeutendsten Museen Costa Ricas, dem Museo del Oro Precolombino der Museos del Banco Central (Goldmuseum) und dem Museo del Jade (Jademuseum).

Aufnahme des Flusses Valdivia in Chile, Projekt von Gabriela Urrutia
© Constanza Rutherford
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