Gabriele Dolff-Bonekämper, Sturzlage, 2019, Installation im Foyer des Hauses der Berliner Festspiele während des Programms "Palast der Republik" am 8. und 9. März 2019
© © Gabriele Dolff-Bonekämper, Sturzlage, 2019

Anlässlich der Berlin Freedom Week widmet sich die Installation „Sturzlage“ im Humboldt Forum einer wichtigen Phase des demokratischen Aufbruchs in der DDR, die heute in der Öffentlichkeit wenig sichtbar ist: dem Wirken des Zentralen Runden Tisches.

Ein runder Tisch hat kein Kopfende. Er fördert eine egalitäre Sitzordnung und Gesprächsführung. Dies war entscheidend für die im Sommer und Herbst 1989 aufkommende Bürgerbewegung in der DDR. An „runden Tischen“ wurde überall im Lande über die eigene und die Zukunft der DDR debattiert. Der Zentrale Runde Tisch trat erstmals am 7. Dezember 1989 zusammen. Seine weiteren Sitzungen fanden in Schloss Schönhausen in Pankow statt. Hier kamen die zahlreichen neu gegründeten politischen Gruppierungen mit Vertreterinnen und Vertretern der hergebrachten Parteien und der DDR-Regierung zusammen.

Auf der Suche nach materiellen Spuren fand Gabi Dolff-Bonekämper in einem Schuppen in Pankow die ausrangierten Stühle vom Zentralen Runden Tisch, die in eine unordentliche Sturzlage gerutscht waren. Daraus entwickelte sie die Installation „Sturzlage“. Sie ist ein Nachbau der im Jahr 2018 vorgefundenen Un-Ordnung und wurde bereits in Bonn und Leipzig gezeigt.

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