Felix von Luschan (1854-1924) und das Berliner 'Völkerkundemuseum'
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| 10 EUR / 5 EUR zzgl. Ausstellungsticket |
| Dauer: 90 min |
| ab 14 Jahre |
| Deutsch |
| Ethnologisches Museum, 2. OG |
| max. 25 Personen |
| Gehört zu: Ethnologische Sammlungen und Asiatische Kunst |
Als langjähriger Direktor der Afrika- und Ozeanien-Abteilung des Berliner „Museums für Völkerkunde“ und Lehrstuhlinhaber für physische Anthropologie an der Berliner Universität war Felix von Luschan für die Aneignung zahlreicher Objekte und menschlicher Überreste aus kolonialen Kontexten verantwortlich. Ohne sein Agieren wären Objekte wie die Benin-Bronzen und das Luf-Boot nicht in die Berliner Sammlung gelangt. Aus guten Gründen steht er daher im Fokus heutiger Debatten über Restitution und die kritische Auseinandersetzung mit kolonialen und rassistischen Wissenschaftstraditionen. Felix von Luschan war jedoch eine widersprüchliche Figur: Er war zu-gleich ein entschiedener Gegner völkisch-antisemitischer Rassentheorien und stellte zentrale Paradigmen der zeitgenössischen „Rassenwissenschaften“ in Frage. Anhand ausgewählter Objekte und Fotografien beleuchten die Historiker Felix Wiedemann und Patrick Helber in der Führung nicht nur die komplexe Figur Felix von Luschan, sondern auch die Ambivalenzen eines „wissenschaftlichen Antirassismus“ im frühen 20. Jahrhundert.
Beteiligte
Felix Wiedemann ist Privatdozent für Neuere und Neueste Geschichte am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin und vertritt zurzeit die Leitung der Gedenkstätte KZ-Außenlager Braunschweig Schillstraße. Er studierte Neuere Geschichte, Politikwissenschaft und Philosophie in Düsseldorf und Berlin. Seine Forschungs- und Publikationsschwerpunkte liegen in der Wissenschafts- und Ideengeschichte, der historische Rassismus- und Antisemitismusforschung sowie der Geschichte des Nationalsozialismus und der deutschen Erinnerungspolitik.
Aktuelle Monografie: Rassenbilder aus der Vergangenheit. Die anthropologische Lektüre antiker Bildwerke in den Wissenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts (Wallstein 2024).
Patrick Helber hat in Tübingen und Dublin Geschichte und Politikwissenschaft studiert und 2014 in Neuerer und Neuester Geschichte in Heidelberg promoviert. Anschließend war er als Volontär am Museum Neukölln und als wissenschaftlicher Mitarbeiter für Bildung und Vermittlung am Deutschen Historischen Museum in Berlin tätig. Seit 2021 ist er Kurator für Bildung und Vermittlung am Ethnologischen Museum in Berlin im Humboldt Forum und verantwortet dort unter anderem mit seinen Kolleg*innen das kollaborative Vermittlungsprojekt „Verflochtene Erinnerung(en). Spuren der Shoah und des Kolonialismus im Berliner Schloss und den Ethnologischen Sammlungen“, das gemeinsam mit Partner*innen u. a. aus Ruanda, Namibia, Jamaika und Israel Vermittlungsformate erarbeitet.