America first, Europa allein?
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| kostenfrei |
| Dauer: 120 min |
| ab 16 Jahre |
| Deutsch |
| Saal 1, EG |
| Teil von: ZEIT Forum Wissenschaft |
Kaum ein anderes Land hat Deutschland und Europa in den letzten 80 Jahren so stark geprägt wie die USA – politisch, wirtschaftlich, kulturell und sicherheitspolitisch. Doch gerade diese Beziehung steht zunehmend infrage. Die USA wirken immer weniger wie ein stabiler Garant demokratischer Ordnung, sondern wie eine Weltmacht, die ihre Rolle kurz vor ihrem 250. Geburtstag neu definiert – mit Folgen für Verbündete, Institutionen und die internationale Zusammenarbeit.
Zugleich verschieben sich globale Gewichte: China baut seinen Einfluss aus, internationale Konflikte werden als Machtfragen verhandelt und autoritäre Modelle gewinnen in vielen Regionen an Attraktivität. Erleben wir eine Rückkehr zum „Recht des Stärkeren“? Zerfällt damit die Idee einer westlichen Gemeinschaft in nationale Interessen? Oder formiert sich ein „neuer Westen“ – etwa mit EU, Kanada und Australien – der Regeln, Werte und Sicherheit neu organisiert?
Wir sortieren die großen Linien, trennen kurzfristige Aufregung von langfristigen Trends – und sprechen darüber, welche Szenarien realistisch sind und welche Optionen Europa und die Welt jetzt haben.
Auf dem Panel mit dabei sind die Journalistin und Autorin Annika Brockschmidt, die Politikwissenschaftlerin und Leiterin European Council on Foreign Relations Jana Puglierin und der Historiker Sören Urbansky. Es moderieren Anna-Lena Scholz (DIE ZEIT) und Ralf Krauter (Deutschlandfunk).
Über das ZEIT Forum Wissenschaft
Das ZEIT Forum Wissenschaft ist eine Kooperation der Wochenzeitung DIE ZEIT und der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS mit dem Deutschlandfunk, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und dem Humboldt Forum. Die Veranstaltungsreihe bringt viermal jährlich herausragende Expert*innen mit einem interessierten Publikum zusammen. Live vor Ort und im Radioprogramm des Deutschlandfunks werden Themen aus allen Bereichen der Wissenschaft erörtert und intensiv diskutiert.
Auf dem Podium
Annika Brockschmidt hat Geschichte, Germanistik und War and Conflict Studies in Heidelberg, Durham und Potsdam studiert. Sie ist Freie Journalistin und Autorin, hat in der Vergangenheit für das ZDF Hauptstadtstudio gearbeitet, den «HistoPod» für die Bundeszentrale für politische Bildung produziert und ist aktuell Co-Host der Podcasts „Feminist Shelf Control“ mit Rebekka Endler und „Kreuz und Flagge“ mit Lukas Hermsmeier. 2022 erhielt sie ein „Transatlantic Media Fellowship“ der Heinrich Böll Stiftung.
Ihre Artikel sind u.a. bei ZEIT Online, dem Tagesspiegel, dem Freitag, der taz und der Frankfurter Rundschau erschienen. Brockschmidt schreibt außerdem als Senior Correspondent für Religion Dispatches. Ihr Buch «Amerikas Gotteskrieger» über die Macht der Religiösen Rechten in den USA war 2021 ein Bestseller.
Jana Puglierin ist Senior Policy Fellow beim European Council on Foreign Relations und seit Januar 2020 Leiterin von dessen Berliner Büro. Sie leitet außerdem das ECFR-Projekt „Re:Order“, das sich mit neuen Visionen der Weltordnung sowie dem Zusammenspiel von wirtschaftlicher Macht und geopolitischem Einfluss befasst.
Ihre Arbeit konzentriert sich auf die deutsche und europäische Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik sowie auf die Rolle Deutschlands in Europa und die transatlantischen Beziehungen. Sie ist häufig als Kommentatorin in deutschen und internationalen Medien zu sehen und schreibt eine monatliche Kolumne für das Handelsblatt. Ihr Buch „Wer verteidigt Europa? Die neuen Kriegsgefahren und was wir tun müssen, um uns zu schützen“ wurde im Januar 2026 bei Rowohlt in Deutschland veröffentlicht.
Von Dezember 2015 bis Dezember 2019 leitete sie das Alfred von Oppenheim-Zentrum für Europäische Zukunftsfragen bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP) und war von September 2013 bis November 2015 als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Berlin Forum Zukunft der DGAP tätig. Bevor sie zur DGAP kam, arbeitete sie als Beraterin für einen Bundestagsabgeordneten in den Bereichen Abrüstung, Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung sowie deutsche und europäische Außen- und Sicherheitspolitik. Zwischen 2003 und 2010 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin am Lehrstuhl für Politikwissenschaft und Zeitgeschichte sowie im Studiengang Nordamerikastudien an der Universität Bonn. Im Sommer 2010 hatte sie eine Lehrauftrag an der Technischen Universität Chemnitz inne.
Nach ihrem Abitur absolvierte sie den Cours de civilisation française de la Sorbonne in Paris und studierte von 1998 bis 2003 Politikwissenschaft, Öffentliches Recht und Soziologie an der Universität Bonn sowie 2002 ein Semester lang an der Venice International University. Im Rahmen ihrer Promotion an der Universität Bonn beschäftigte sie sich mit dem Leben und Denken des Politikwissenschaftlers John Herz und forschte in den Vereinigten Staaten.
Seit Januar 2023 ist sie Mitglied des Beirats der Bundesregierung für zivile Krisenprävention und Friedensförderung. Im Januar 2026 verlieh Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius ihr das Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold.
Sören Urbansky ist Professor für Osteuropäische Geschichte an der Ruhr-Universität Bochum. Er ist Experte für die Geschichte der chinesisch-russischen Beziehungen. Zu seinen Forschungsinteressen zählen die Geschichte von Migration, Infrastrukturen, Rassismus und die Geschichte von Grenzen. Von 2018 bis 2023 arbeitete er am Deutschen Historischen Institut Washington, zuletzt als Leiter des Pazifikbüros an der University of California, Berkeley. Zuvor lehrte und forschte Urbansky unter anderem an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, der Ludwig-Maximilians-Universität München und der University of Cambridge. Er ist Autor mehrerer Monografien, darunter „Beyond the Steppe Frontier. A History of the Sino-Russian Border“ (Princeton University Press 2020). Zuletzt schrieb er, gemeinsam mit Martin Wagner, „China und Russland. Kurze Geschichte einer langen Beziehung (Suhrkamp 2025). Seine Bücher wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt.
Ralf Krauter, geboren in Esslingen am Neckar, hat in Stuttgart, Freiburg und Brighton Physik studiert und arbeitet seit 25 Jahren als Reporter, Redakteur und Moderator für „Forschung aktuell“, das tägliche Wissensmagazin im Deutschlandfunk. Aktuelle Entwicklungen in Wissenschaft, Forschung, Medizin und Technik zu verfolgen und einem breiten Publikum nahezubringen, ist seine Leidenschaft. Für seine journalistische Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem renommierten Georg-von-Holtzbrinck-Preis für Wissenschaftsjournalismus. Seit 2023 ist Ralf Krauter neben seiner Rolle als verantwortlicher Redakteur bei „Forschung aktuell“ auch Host des Dlf-Podcasts „KI verstehen“. Beim ZEIT Forum Wissenschaft war er bereits 2002 das erste Mal als Co-Moderator an Bord und hat in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften gemeinsam mit Andreas Sentker über 30 Veranstaltungen moderiert.
Anna-Lena Scholz leitet das Bildungsressort der Wochenzeitung DIE ZEIT. Sie schreibt über Bildung, Hochschul- und Wissenschaftspolitik, Geistes- und Sozialwissenschaften. Sie hat in Bonn, Oxford und Berkeley studiert und wurde an der FU Berlin promoviert.
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