Zukunftsbilder im Fluss
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| 8 EUR / ermäßigt 4 EUR |
| Dauer: 120 min |
| Saal 3, EG |
| Teil von: ORTS-Termin |
Wie wollen wir als Stadtgesellschaft die Mitte Berlins gestalten? Was erwarten wir vom Kern unserer Stadt – und für wen soll dieser Ort da sein? Soll die Spreeinsel vor allem ein Ort des Erinnerns und der Repräsentation sein oder Raum für ein lebendiges, vielfältiges Stadtleben bieten? Wie können Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hier zusammenfinden?
Über diese Fragen wird seit Jahrzehnten intensiv debattiert. Vor 25 Jahren legte die Internationale Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“ einen vielbeachteten Zukunftsentwurf für die Berliner Spreeinsel vor. Ihre Empfehlungen waren hoch umstritten, haben jedoch maßgeblich die Entwicklung dieses zentralen Ortes geprägt: Der Abriss des Palasts der Republik und die Rekonstruktion des Berliner Schlosses als Humboldt Forum haben die Berliner Mitte neu definiert.
Anlässlich des Jahrestags lädt das Humboldt Forum dazu ein, die Spreeinsel neu zu betrachten. Im Fokus stehen die prägenden Visionen, Konflikte und Hoffnungen ebenso wie aktuelle Herausforderungen. Wir fragen schließlich nach der Zukunft der Spreeinsel und ihrer Nachbarschaft, wie dem Marx-Engels-Forum und dem Standort der Bauakademie.
In einem vielstimmigen Gespräch kommen Expertinnen und Experten aus Stadtentwicklung, Architektur, Politik und Zivilgesellschaft zusammen. Auf dem Podium diskutieren Franziska Eichstädt-Bohlig, einst Mitglied der Internationalen Expertenkommission, Manfred Kühne, langjähriger Leiter der Abteilung für Städtebau und Projekte bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen in Berlin, und Leslie Quitzow von der Bundesstiftung Bauakademie. Der Bauhistoriker und Publizist Matthias Grünzig führt in die Thematik ein und moderiert die Runde.
Beteiligte
Franziska Eichstädt‑Bohlig ist Diplom‑Ingenieurin für Architektur und Städtebau. Seit 1969 war sie als Architektin und Stadtplanerin tätig, unter anderem in leitender Funktion beim Berliner Sanierungsträger STATTBAU. 1989/90 wirkte sie als Baustadträtin in Berlin-Kreuzberg. Als Mitglied des Deutschen Bundestages 1994 bis 2005 bearbeitete sie Themen der Bau‑, Wohnungs‑ und Haushaltspolitik. Von 2006 bis 2011 gehörte sie dem Berliner Abgeordnetenhaus an, bis 2009 als Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Von 2000 bis 2001 war sie Mitglied der Internationalen Expertenkommission „Historische Mitte Berlin“. Bis heute engagiert sie sich in zentralen Debatten und Gremien der Bau‑, Stadtentwicklungs- und Erinnerungskultur.
Manfred Kühne studierte von 1978 bis 1987 Architektur in Kaiserslautern und Berlin und legte 1991 sein Hochbaustaatsexamen ab. Anschließend war er bis 1994 im Stadtplanungsbüro urbanistica tätig, sowie von 1994 bis 1997 in der Architekturwerkstadt von Senatsbaudirektor Hans Stimmann.
Von 1997 bis 2001 leitete er das Stadtplanungsamt Stralsund. Danach war er von 2001 bis 2008 Leiter der Obersten Denkmalschutzbehörde in Berlin und von 2008 bis 2024 Leiter der Abteilung Städtebau und Projekte in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin.
Er engagiert sich zudem als Vorsitzender der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung Berlin-Brandenburg und wirkt im Schinkelausschuss des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin mit.
Dr. Leslie Quitzow ist seit 2022 Transformationsmanagerin für Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft bei der Bundesstiftung Bauakademie. In dieser Funktion leitete sie im Jahr 2023 einen Quartierskonsortium zur energetischen Sanierung des „Schinkel-Quartiers“ in der historischen Mitte Berlins. Zuvor arbeitete sie viele Jahre lang als Wissenschaftsmanagerin am Wissenschaftszentrum für Sozialforschung sowie an diversen Universitäten. Dort betreute sie Forschungskonsortien zu den Themen Stadtentwicklung, Energiewende und internationale Zusammenarbeit. Leslie Quitzow ist Diplom-Ingenieurin für Architektur und promovierte Sozialwissenschaftlerin.
Dr. Matthias Grünzig, geboren 1969 in Berlin, ist Bauhistoriker und Publizist. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen zur Berliner Mitte, darunter „Der Fernsehturm und sein Freiraum – Geschichte und Gegenwart im Zentrum Berlins“ (2022), und kuratierte mehrere Ausstellungen, unter anderem zu den Themen 50 Jahre Berliner Fernsehturm und Karl‑Liebknecht‑Straße. Seit 2015 engagiert er sich in der Initiative Offene Mitte Berlin, war 2021/22 Bürger*innenvertreter im Wettbewerbs- und Werkstattverfahren Molkenmarkt und ist seit 2022 Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Hermann‑Henselmann‑Stiftung.