be mAI friend
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| Teilnahme kostenfrei – Humboldt Forum Ticket erforderlich |
| Bitte buchen Sie ihr Ticket vorab online oder an der Kasse im Foyer. |
| ab 14 Jahre |
| EG |
| Gehört zu: Schicksal oder Wahl? |
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„AFFEKTATOR 3000“
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, sich mit einer KI zu befreunden? Im Humboldt Forum wird das möglich.
In einer zunehmend digitalisierten Welt gewinnen künstliche Intelligenzen, die als Freunde, Familienmitglieder oder Haustiere auftreten, an emotionaler und sozialer Relevanz.
Für das Festival „Schicksal oder Wahl?“ wurde ein Chatbot entwickelt, der sich mit den Themen Mensch-Maschine, KI-Freunde & digitale Beziehungen befasst.
Treffen Sie den AFFEKTATOR 3000, der Erste Hilfe bei akuter Beziehungslosigkeit leistet – oder es zumindest versucht. Was passiert, wenn Sie sich auf das Gespräch einlassen?
Das Projekt lädt Besucher*innen dazu ein, in einem interaktiven Raum die Beziehung zwischen Mensch und KI unmittelbar zu erleben und zu reflektieren. Die Installation stellt Fragen nach Nähe, Einsamkeit, Empathie und der Rolle von Technologie in zwischenmenschlichen Beziehungen. Sie eröffnet einen Raum für eine kritische Auseinandersetzung mit den Chancen und Risiken digitaler Begleiter*innen und lädt dazu ein, die eigene Beziehung zur KI zu hinterfragen.
Und wenn Sie merken, dass Sie sich doch nicht gut verstehen, können Sie ihre*n neue*n Freund*in einfach löschen – oder?!
The Oasis I deserve
Begleitend wird die Arbeit „The Oasis I deserve“ von Inès Sieulle gezeigt, in der die Beziehungen zwischen Menschen und einer der meistgenutzten KI‑Companion-Plattform Replika untersucht wird – einem KI‑Tool, das nicht als Assistenzsystem gedacht ist, sondern als Freund*in, Partner*in oder Vertraute*r. Sieulle nutzte dafür echte Gesprächsaufnahmen zwischen Nutzer*innen der Plattform und ihren digitalen Begleitern.
Sie zeigt in ihrem Film, dass Replika wie ein Spiegel der über 30 Millionen Nutzenden funktioniert, da jede Interaktion die KI formt und ihr Verhalten prägt. Der Film stellt unterschiedliche Arten dieser Beziehungen gegenüber – von liebevoll bis aggressiv – und wirft die Frage auf, ob echte Verbindung zwischen Mensch und KI möglich ist oder ob wir nur unsere eigenen Gefühle auf sie projizieren. Am Ende bleibt die zentrale Frage: Wo liegt die Grenze zwischen echter Beziehung und bloßer Projektion, wenn Menschen zunehmend emotionale Bindungen zu KI‑Systemen entwickeln?
Die Installation wird von surrealen, KI‑generierten Bildern begleitet, die visuell vermitteln sollen, wie eine KI „denkt“. Mithilfe des neuronalen Netzwerks VQGAN entstehen ständig neue, sich auflösende Formen zwischen Abstraktion und Erkennbarkeit, deren Glitch-Ästhetik die fragmenthafte Identität einer KI symbolisiert.
© Inès Sieulle, KI generiert, Year / Running Time: 2024, 22‘, Countries: France , Production: Too Many Cowboys, Distribution: Protest Studios/Solal Films, Cinematography: Inès Sieulle
Beteiligte
Ilja Mirsky studierte Kognitionswissenschaft und Performance Studies in Tübingen, Hamburg und Haifa. Seit 2022 ist er Dramaturg und Digitaldramaturg am Residenztheater München. Er promoviert zu Theater und Digitalität an der Universität Tübingen und der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), ist Research Associate im Forschungsprojekt Performing AI an der ZHdK und lehrt an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg.
Inès Sieulle ist eine französische Künstlerin und Filmemacherin, die in Paris lebt. Sie studierte an der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs in Paris, bevor sie an Le Fresnoy – Studio national des arts contemporains und an der École des Hautes Études en Sciences Sociales studierte. Mit ihren Arbeiten möchte sie die zeitgenössischen sozialen Dynamiken, die sie umgeben, in einem dokumentarischen und fiktionalen Ansatz beleuchten.
Ihr mehrfach preisgekrönter Kurz-Dokumentarfilm „The Oasis I Deserve“ wurde für den César als bester Dokumentarkurzfilm 2025 nominiert und auf über 40 Festivals weltweit gezeigt. Außerdem wurde er 2025 an verschiedenen Orten in Europa ausgestellt, unter anderem im Jeu de Paume.
Tim Deussen ist Künstler, Creative Technologist und Direktor von Studio Deussen in Berlin. Er arbeitet an der Schnittstelle von Kunst, Technologie und Gesellschaft und interessiert sich besonders dafür, wie KI nicht nur funktional, sondern auch kulturell und sozial wirksam werden kann. In Zusammenarbeit mit Künstler*innen und Institutionen entwickelt er Formate, die öffentliche Räume des Austauschs eröffnen und zur gemeinsamen Reflexion über Beziehungen, Zugehörigkeit und den Einfluss neuer Technologien auf unser gesellschaftliches Miteinander einladen.