Von allgemeinem Interesse von Maaza Mengiste
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| 12 EUR / 6 EUR ermäßigt |
| Tickets können online oder an der Kasse im Foyer gebucht werden. |
| Englisch |
| Mechanische Arena im Foyer |
| Teil von: Objekte widersprechen |
1868, Äthiopien: die britische Napier-Expedition, die Brandschatzung und Plünderung von Magdala. Ein deutscher Sammler. Ein junger äthiopischer Junge. Ein atemberaubender königlicher äthiopischer Mantel. Maaza Mengiste stellt sich ihre Reisewege vor. Ein Weg aus den Wirren der Schlacht, ein Weg durch Feuer, ein Weg über die Berge, über das Wasser – bis nach Berlin. Die Geschichte eines Namens, an den man sich erinnert, eines wiederbelebten Lebens, eines enthüllten Geheimnisses.
„Jedes Objekt birgt die Geschichte eines Verschwindens. Jedes Verschwinden trägt die Geschichte eines Menschen in sich.“ Aus dieser Erkenntnis heraus entspinnt sich Maaza Mengistes außergewöhnliches neues Werk für Objekte widersprechen um eine Reihe herzzerreißender Fragen:
Was ist ein Objekt? Was ist ein Mensch?
Wer entscheidet, was ein Objekt ist?
Was ist von allgemeinem Interesse?
Wer ist die Öffentlichkeit?
Von allgemeinem Interesse ist ein multimediales Werk, das von der Geschichte der Napier-Expedition und den Archiven des Ethnologischen Museums in Berlin inspiriert ist. Wie alle Werke von Mengiste entfaltet es sich an den Schnittstellen zwischen den Toten und den Lebenden, zwischen Literatur und Fotografie, zwischen offizieller Geschichte, verborgenen Aufzeichnungen und zum Schweigen gebrachten Zeugnissen.
Maaza Mengiste, äthiopische Schriftstellerin und Fotografin, die derzeit in New York lebt, kam, um die im Humboldt Forum ausgestellten afrikanischen Sammlungen zu erkunden. Und war schließlich fasziniert von einem im Depot versteckten Objekt. Einem aus den Aufzeichnungen gelöschten Namen. Einer im Museum abgelehnten Möglichkeit. Mit „Von allgemeinem Interesse„, nun als Buch veröffentlicht, lädt Mengiste uns in einen Raum erstaunlicher Begegnungen ein. Reichhaltig, schimmernd und unvergesslich wie die goldenen und silbernen Fäden des Mantels.
Die Veranstaltung umfasst eine kurze Filmvorführung und Lesung von Maaza Mengiste. Gefolgt von einem Gespräch mit der Kuratorin Priya Basil, Fragen aus dem Publikum und einer Signierstunde.
Beteiligte
Maaza Mengiste ist Romanautorin, Essayistin und Fotografin. Sie ist die Autorin des Romans Der Schattenkönig, der auf der Shortlist für den Booker Prize 2020 stand und in der Endrunde des LA Times Book Prize Fiction 2020 war. Er wurde von der New York Times, NPR, Elle, Time und anderen zum besten Buch des Jahres gekürt. Ihr Debütroman Beneath the Lion’s Gaze wurde vom Guardian zu einem der zehn besten zeitgenössischen afrikanischen Bücher gewählt und vom Christian Science Monitor, Boston Globe und anderen Publikationen zu einem der besten Bücher des Jahres 2010 gekürt. Ihre Erzählung „Dust, Ash, Flight“, die in Addis Ababa Noir, herausgegeben von Maaza Mengiste selbst, erschien, wurde 2021 mit dem Edgar Award für die beste Kurzgeschichte ausgezeichnet.
Sie erhielt ein Guggenheim Fellowship, einen American Academy of Arts and Letters Award in Literature, ein Stipendium des Berliner Künstlerprogramms des DAAD, ein Cullman Center for Scholars and Writers Fellowship, den Premio von Rezzori, den Premio il ponte, ein Fulbright Fellowship, einen National Endowment for the Arts Award und einen Creative Capital Award. Ihre Arbeiten sind unter anderem in The New Yorker, The New York Review of Books, Granta, The Guardian, The New York Times, Esquire, Rolling Stone und BBC zu finden.
Sie hat an der New York University, der Princeton University, der Northwestern University und dem Queens College/CUNY unterrichtet und ist Professorin für Englisch an der Wesleyan University. Zurzeit arbeitet sie als Fellow der Amrican Academy in Berlin an ihrem neuen Roman.
Priya Basil ist Autorin und Kuratorin des Humboldt-Forum-Projekts Objects Talk Back. In ihrem Buch Be My Guest / Gastfreundschaft (2019) verbindet sie Memoir, Philosophie, Essen und Politik zu einer Reflexion über Gastfreundschaft im weitesten Sinne. Ihr jüngstes Buch Eingeschlossen / Ausgeschlossen (2025) beschäftigt sich mit Erinnerungskultur und Zugehörigkeit in Deutschland.
Sie ist Mitbegründerin und Vorstandsmitglied von WIR MACHEN DAS, einer NGO, die mit Flüchtlingen und MigrantInnen für eine integrativere Gesellschaft arbeitet. Priya ist außerdem Mitglied des Beirats des European Center for Constitutional and Human Rights. Sie hat Projekte für verschiedene Institutionen konzipiert und kuratiert, unter anderem für das Goethe Institut und das Internationale Literaturfestival Berlin. Von 2021 bis 2023 war Priya International Writer in Residence für Mindscapes, ein Projekt des Wellcome Trust UK, das die Art und Weise verändern soll, wie wir psycho-soziale Gesundheit verstehen, darüber sprechen und behandeln. Im Rahmen dieses Projekts unternahm Priya eine mehrjährige Forschungsreise über sechs Kontinente hinweg, um die verschiedenen Auffassungen von Wohlbefinden und Heilpraktiken kennenzulernen. Im Jahr 2024 ist Priya Writer in Residence bei Wellcomes nächstem Projekt Klima und Gesundheit. Sie arbeitet derzeit an einem neuen Buch, das auf ihren Forschungen und Reisen basiert.
www.priyabasil.com
www.authorsforpeace.com