Die Installation "Kuba Orangen" von Viviana Medina
© Falk Wenzel
Ein einfach gestalteter Raum mit Tisch, Stühlen, Fenstern und Fotografien an der Wand.
Bild 1:
Die Installation "Kuba Orangen" von Viviana Medina
© Falk Wenzel
Vergangene Termine
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KUBA ORANGEN von Viviana Medina beleuchtet Lebensabschnitte der über 30.000 kubanischen Vertragsarbeiter*innen, die ab Anfang der 1960er Jahre in die DDR kamen — eine weitgehend unbekannte Facette deutsch-kubanischer Geschichte. Der Abend schafft eine immersive Welt, in der zahlreiche persönliche Episoden von Hoffnung, Heimweh, kulturellen Zusammenstößen, Ablehnung, Freundschaft und sozialistischem Alltag in einem fremden und deutschen Land, auf vielfältige Weise erlebbar werden. Die Zuschauenden sind eingeladen, sich mit den intimen und privaten Momenten des diasporischen Lebens vor und nach der Friedlichen Revolution 1989 auseinanderzusetzen. So lässt die performative Installation Besucher*innen an einem kubanischen Geburtstagsfest teilhaben, das nicht nur von den Erinnerungen ehemaliger Vertragsarbeiter*innen, sondern auch von nachfolgenden Generationen durchzogen ist.

Im Humboldt Forums erwartet das Publikum eine immersive Rauminstallation, die durch die Performance der Schauspielerin Sithembile Menck eine neue Dimension erhält. Mit Elementen aus privaten Familienarchiven, persönlichen Interviews und authentischen Aufnahmen entsteht eine dichte, emotionale Erzählung über Identität, Kultur und das kollektive Gedächtnis von Menschen, die heute größtenteils wieder in Kuba leben.

Diese Weiterentwicklung der Arbeit KUBA ORGANGEN, die im Juni 2024 beim Festival OSTEN in Bitterfeld-Wolfen Premiere feierte, lässt die Stimmen der Vergangenheit lebendig werden und lädt das Publikum ein, ein oft übersehenes Kapitel deutsch-kubanischer Geschichte zu entdecken. Viviana Medina schafft mit KUBA ORANGEN eine künstlerische Auseinandersetzung mit der Symbolik und Bedeutung von Objekten, die sowohl persönliche Erinnerungen als auch kollektive Geschichten der Kubanerinnen und Kubaner verkörpern.

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Viviana M. Medina studierte, nach ihrem Philologie Studium an der Freien Universität Berlin, Regie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“.

Die in Havanna geborene und in Thüringen aufgewachsene Regisseurin befasst sich in
ihren Arbeiten mit Klassismus, der Sichtbarkeit Schwarzer Personen sowie Ost-Perspektiven. 2022 inszenierte sie ihr Diplomstück BELOVED im Rahmen des Kunstfestivals 48h Neukölln. Medina inszenierte die moderne Medea-Geschichte in einem site specific Audiowalk aus schwarzer Introspektive, die die in Freiheit geborene Tochter in den Fokus nimmt und sich gleichzeitig mit der Frage befasst: Wozu erinnern?

Während der Dreharbeiten zu Sam – Ein Sachse war sie als Regieassistentin tätig und hat sich auf dramaturgischer Ebene beim Storytelling mit eingebracht. Seit April 2023 läuft der Dokumentarfilm über Samuel Meffire, dem ersten Schwarzen Polizisten der DDR, auf Disney+ sowie seit April 2024 in der ARD Mediathek.

2024 arbeitete die Regisseurin an einem Dokumentarfilmkonzept für Netflix. Seit 2023 ist sie als Dramaturgin für INTO THE WILD Mentoring tätig und berät Filmschaffende FLINTA* mit ihren Drehbüchern für Film und Fernsehen. Im selben Jahr zeigte sie während der Berliner Festspiele ihre Performance C.V., eine Auseinandersetzung mit Momenten die Identität und das Selbstbild ausmachen — die eines Vaters mit Kriegserfahrungen und PTBS sowie die seiner Tochter.

Im Herbst 2023 führte sie im Rahmen des MONOLOG Festivals Say hi to me! am TD auf. Die biblische Jonah Geschichte morpht hier zu einer realen Migrationsgeschichte, die der jungen Kubanerin Sandra de los Santos, die sich IRL als Schiffsschraube via DHL, in einer Holzkiste von Havanna nach Miami verfrachten ließ. Sie widmet sich in dieser Arbeit auch der sogenannten deutschen Willkommenskultur.

Seit 2024 ist sie als freie Dramaturgin am Ballhaus Naunynstraße in diversen Theaterprojekten, wie der Orestie, und Kraftwandler*innen, tätig.

Zur Zeit arbeitet sie am Theater und Orchester Heidelberg als Jury-Mitglied für den Heidelberger Stückemarkt und schreibt am Drehbuch für ihren Debütfilm.

 

Die Regisseurin und Dramaturgin Viviana Medina
© Viviana Medina

Sithembile Menck wuchs in und um Hamburg herum auf.

Nach ihrem Schauspielstudium an der Zürcher Hochschule der Künste hat sie in 15 Jahren an verschiedenen Theatern sowohl in Fest– als auch Gastengagements gearbeitet.

Zu ihren Stationen zählten u.a. das Staatstheater Karlsruhe, Staatstheater Saarbrücken, Schauspiel Hannover, Schauspiel Köln.

Seit ein paar Jahren liegt ihr Fokus auf der Arbeit vor der Kamera – Sithembile spielt Haupt – und Nebenrollen in Kino und TV-Produktionen.

Aktuell ist sie in „No Dogs Allowed“ (ZDF Kleines Fernsehspiel, ZDF Mediathek) als Kriminalkommissarin in einem komplexen Fall rund um das Thema Pädophilie zu sehen.

Ab Sommer 2025 wird sie in der neuen Serie „Schattenseite“ (ARD Mediathek) in einer durchgehenden Rolle zu sehen sein.

Sie arbeitet zusätzlich als Sprecherin für Hörbücher, VoiceOver und Hörspiele.

Auf die Bühne kehrt sie für kurze Ausflüge, die sich inhaltlich lohnen, zurück.

Die Schauspielerin Sithembile Menck
© Petite Machine

Sarah Claire Wray ist Autor*in und Regisseur*in. Sie studierte zunächst Architektur, bevor sie zum Theater wechselte. Als Regieassistentin arbeitete sie u.A. am Schauspiel Frankfurt, am Thalia Theater Hamburg, am Altonaer Theater und am Oldenburgischen Staatstheater. Nach einer dreijährigen Assistenzzeit bewarb sie sich an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch, wo sie 2022 ihr Regie Diplom abschloss. Schon während des Studiums entwickelte sie eine Faszination für Bewegtbild. Sie schrieb, produzierte und führte Regie bei ihrem Kurzfilm HDGDL, der auf dem Black Reels Film Festival 2021 Premiere feierte. Weitere Theaterproduktioneen folgten an der Volksbühne Berlin und dem Nationaltheater Mannheim. Nach ihrem Abschluss schrieb sie Drehbücher für die Serien „Schwarze Früchte“, „WIR“ und „Stationär“ und führte Regie bei dem für den SWR produzierten Hörspiel „Doppeltreppe zum Wald“.

 

Sarah Claire Wray
© Sarah Claire Wray

Ida Kammerloch, *1991 in Ischewsk/Russland, ist eine bildende Künstlerin und Filmemacherin mit Sitz in Wien.

Sie schloss ihr Studium in TransArts an der Universität für angewandte Kunst Wien im Jahr 2024 ab, nachdem sie zuvor an der Rodtschenko-Kunstschule in Moskau (2018) und der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken (2019) studiert hatte.

Kammerlochs Arbeit untersucht die soziopolitischen Kräfte, die Zyklen von Produktion und Zirkulation antreiben, mit einem besonderen Fokus auf deren Auswirkungen auf private und häusliche Räume. Ihre Praxis umfasst häufig Found Footage und Objekte, die sie vor allem in Videoinstallationen und konzeptionelle Fotografien transformiert.

Im Jahr 2024 wurde sie mit dem Kunsthalle Wien Preis ausgezeichnet und belegte den zweiten Platz beim Ö1-Talentstipendium. Von 2020 bis 2022 war sie Stipendiatin der Karl-Schmidt-Rottluff-Stiftung. Seit 2021 lehrt sie an der Hochschule der Bildenden Künste Saarbrücken.

Ida Kammerloch
© Ida Kammerloch

Performance
Sithembile Menck

Regie
Viviana M. Medina

Bühne
Luis Ernesto Rivas Peralta

Kostüm
Viviana M. Medina

Dramaturgie
Roman Schmitz & Sarah C. Wray

Fotografie
Ida Kammerloch

Regieassistenz
Sarah C. Wray

 

Partner

Das Projekt wurde 2024 im Rahmen des Festival OSTEN in Bitterfeld-Wolfen entwickelt.

Eine Produktion von Viviana Medina, in Koproduktion mit Festival OSTEN/Kulturpark e.V. und der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss.

Festival OSTEN

gehört zu

Blick in das Foyer, November 2019.
© Stiftung Humboldt Forum im Berliner Schloss / David von Becker

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