Wer wir sind
Global Cultural Embassy
Die GCE ist als kontinuierlicher, kollaborativer Prozess strukturiert, der Kultur- und Kunstschaffende, Wissenschaftler*innen und Museumsfachleute aus der ganzen Welt zusammenbringt. Alle zwei bis drei Jahre treffen sich diese Delegierten für eine persönliche Versammlung (Global Cultural Assembly / GCA), welche als Plattform für Dialog, Austausch und gemeinsame Entscheidungsfindung dient.
Während der letzten Versammlung im Juni 2025, haben Delegierte regionale Repräsentant*innen nominiert um die Reference Group (RG) zu bilden. Sie besteht aus einem Mitglied pro Weltregion. Die Delegierten selbst sind in regionalen Netzwerken (Regional Hubs) organisiert, die sich regelmäßig online treffen, um Ideen auszutauschen, Initiativen zu koordinieren und zur sich stetig weiterentwickelnden Arbeit der GCE beizutragen.
Reference Group
Die erste Reference Group (RG), bestehend aus sieben Mitgliedern mit diverser Expertise, wurde im Juni 2025 nominiert, um die Beschlüsse der Global Cultural Assembly (GCA) weiterzuführen. Die RG vertritt durch die GCA und die Regional Hubs die Nachkommensgemeinschaften als auch die Interessensgruppen, um gerechte und restaurative Praktiken innerhalb der globalen Museologie zu gestalten.
Auf Grundlage einer auf Fürsorge basierten Herangehensweise fördert die RG bedeutungsvolle und dauerhafte Veränderung und treibt damit das Ziel der GCA – kulturelle Gerechtigkeit – durch Dialog und Zusammenarbeit voran.
Durch dieses laufende Engagement trägt die Reference Group in Zusammenarbeit mit der Stiftung Humboldt Forum, dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst zur Entwicklung der Global Cultural Embassy (GCE) bei.
Amparo („Ampis“) Leyman Pino ist eine Fulbright-Spezialistin und Lernexpertin mit den Schwerpunkten Führung, Bildung und Inklusion. Nach mehreren Jahren im Bildungsbereich hat sie eine Schule in Mexiko-Stadt mitgegründet, die die aktuellen Bildungsphilosophien verbindet, um ein inklusives Modell für Kinder zu schaffen. Im Jahr 2007 zog sie nach Kalifornien und setzte ihre pädagogische Erfahrung im Bildungsbereich strategisch ein und erzielte damit große Wirkungen in Schulen, Community Colleges, Universitäten, Museen und anderen kulturellen Institutionen. Dort entwickelte sie Inhalte und Programme und übernahm Führungs- und Verwaltungsaufgaben in verschiedenen Einrichtungen, wo sie die Führung von Mitarbeiter*innen übernahm und Budgets überwachte. Ampis ist aktive Absolventin des renommierten Noyce Leadership Institute Programms, wo sie ihren Führungsstil verfeinerte und sich mit Führungskräften aus aller Welt austauschte. Zu Beginn des Jahres 2025 wurde sie Leiterin der Vermittlungsprogramme des Monterey Bay Aquariums. Sie reist und tanzt gerne, mag Musik und ist Hobby Stand-up-Comedian.
Anna Sara Dias (sie/ihr) ist eine lateinamerikanische interdisziplinäre Forscherin aus Brasilien und lebt in Berlin. Sie hat ein Studium der Geschichte in Rio de Janeiro und der Sozial- und Kulturanthropologie in Berlin absolviert. Vor kurzem hat Anna Sara Dias ihre Masterarbeit über die Zusammenarbeit des Humboldt Forums und der Global Cultural Assembly (2022-2024) beendet. Derzeit ist sie Doktorandin an der Freien Universität Berlin. Zu ihren Interessen gehören Gemeindemuseen, dekoloniale Pädagogik, Migration und kritische Herangehensweisen an postkoloniale Museumspraktiken. Vor allem interessiert sie sich für kollektive Entscheidungsprozesse und wie die GCA effektiv helfen kann, eine neue Museumsgrammatik zu formen, die auf die sozialen Anforderungen des 21. Jahrhunderts reagiert, die Herkunftsgesellschaften kultureller Güter respektiert und im aktiven Austausch mit den lokalen Gemeinschaften in Berlin über ihre alltäglichen Herausforderungen ist.
Arazu Hassan Mohammed, geboren 1984 in Iran und ursprünglich aus Sulaymaniyah irakisch-Kurdistan, ist kulturellere Projektmanagerin, Umweltschützerin und Verfechterin von kurdischer Kunst und der Ermächtigung von Frauen. Sie hat ihren Sitz in Kurdistan und hat Kurdistan Outdoor Ecotourism, die erste Ökotourismus Agentur der Region, gegründet. Dort fördert sie nachhaltigen Tourismus, der Menschen mit der Natur und der kurdischen Kultur verbindet. Ihre Arbeit verbindet Wandern, Herkunft und Gemeinschaftsentwicklung, vor allem mit Frauen aus ländlichen Regionen. Als sichtbare weibliche Führungskraft in einem von Männern dominierten Arbeitsfeld inspiriert sie Frauen öffentlichen Raum und Führung zurückzufordern. Als Kalligrafin und Kulturbotschafterin stärkt sie sowohl lokal als auch international kurdische Kunst. Aktuell baut sie eine neue NGO auf, deren Ziel es ist, Umweltbewusstsein, ökologische Unternehmen und künstlerische Nachhaltigkeit zu fördern. Tief verwurzelt in ihrer Liebe zu ihrem Heimatland ist ihre Mission kurdische Identitäten durch Kreativität, Natur und kollektive Resilienz besonders in Nachkriegsdörfern wiederzubeleben und weiterzuentwickeln.
Greta de León, ursprünglich aus Mexiko-Stadt, ist kulturelle Diplomatin, Kuratorin und Forscherin mit einem Hintergrund in Kunstgeschichte und Museologie. Als Geschäftsführerin von „The Americas Research Network„ (ARENET), dessen Sitz sich in Mexiko-Stadt und Washington, DC befindet, leitet sie interdisziplinäre Forschungsinitiative, fördert interkulturelle Zusammenarbeit und entwickelt Programme, die wissenschaftliche Forschung mit ethischem Engagement, inklusiver Repräsentation und den Künsten in Süd-, Mittel– und Nordamerika. In ihrer Arbeit untersucht sie die Schnittstellen zwischen Museen, wissenschaftlicher Forschung, kultureller Institutionen und zeitgenössischer künstlerischer Praxis. Dabei nutzt sie digitale Technologien, um Zugang und Teilhabe zu erweitern. Im Jahr 2025 wurde sie zur Senior Fellow in der Kolleg-Forschungsgruppe „Zugang zu kulturellen Gütern im digitalen Wandel“ an der Universität Münster ernannt. Zusätzlich ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin im National Museum of Natural History der Smithsonian Institution und Vorstandsmitglied von IBEROARTE.
Lisa Hilli (sie/ihr) ist eine Nachfahrin des Volks der Tolai (Gunantuna) aus Papua-Neuguinea und Künstlerin, Musemsfachkraft und Forscherin mit Schwerpunkt auf lensbasierten Praktiken im Pazifikraum und dekolonialen Museumsmethodologien. Als internationale wissenschaftliche Mitarbeiterin am Deutschen Schifffahrtsmuseum im Jahr 2021 hat Hilli umfangreiche Forschungen zur Geschichte der Zwangsarbeit Melanesischer Menschen und Kinder durchgeführt, die während der deutschen Kolonialzeit von der Deutschen Handels- und Plantagen-Gesellschaft eingesetzt wurde. 2024 gipfelte ihre Forschung in der gemeinsam kuratierten Ausstellung „Points of View: Künstlerische und wissenschaftliche Perspektiven auf die deutsche Kolonialgeschichte im Westpazifik“ in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum, dem Leibniz-Institut für Maritime Geschichte und dem Hafenmuseum Bremen. Kürzlich hat Hilli ihre Doktorarbeit im Fachbereich Pazifikstudien an der Australian National University eingereicht, in der sie die Visualitäten und Sichtbarkeiten von mixed-race Frauen aus Papua-Neuguinea anhand kreativer Praktiken untersucht. Mit zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Konzeption von Ausstellungen und der Verwaltung von Sammlungen in ganz Australien und auf internationaler Ebene umfasste ihre Laufbahn im Museumswesen unter anderem Tätigkeiten als Sammlungsmanagerin für den Zugang zu Sammlungen indigener Völker bzw. der First Peoples sowie als Erlebnisentwicklerin für Ausstellungen bei Museums Victoria. Ihr Werk ist in den Sammlungen des Australian War Memorial und der Art Gallery of New South Wales zu sehen. Sie lebt in Naarm (Melbourne), Australien.
Website: www.lisahilli.com
Marcella Katjijova hat einen Bachelor in Psychologie und ist Leiterin der Abteilung für Intergenerationales Trauma und Genesung in der Global Ovaherero Genocide Foundation. Als Nachfahrin von Überlebenden des Völkermordes an den Herero und Nama, fokussiert sie sich in ihrer Arbeit auf die Transformation und Heilung des intergenerationalen Traumas, dass durch den Kolonialismus ausgelöst wurde. Sie leitet kostenlose Workshops in ländlichen Regionen, in denen es um intergenerationale Traumata, Erziehungskompetenzen, Sucht, Zielsetzung und verschiedene psychische Probleme geht. Ihr Ziel ist es, die Gesellschaft an den Wurzeln zu beeinflussen und ein Verständnis dafür zu liefern, warum wir in bestimmten Situationen so reagieren, wie wir es tun. Außerdem will sie einen sicheren Raum für Heilung schaffen und so das Stigma rund um psychische Gesundheit zu überwinden. Zusätzlich gibt sie Radiointerviews, in denen es darum geht, psychische Schwierigkeiten, die durch Traumata, unter anderen Vergewaltigung und sexualisierte Gewalt, Selbstverletzung, vom Arbeitsplatz oder durch Religion und die Auswirkungen von Scheidungen, ausgelöst werden, zu verstehen. Zu ihren Schwerpunkten gehören Gruppensitzungen, online Gespräche, Seminare und Präsentationen und Einzelgespräche. Sie ist Mitautorin der systematischen Untersuchung “Duty-related Stressors, Adjustment, and the Role of Coping Processes in First Responders: A Systematic Review”, die in Psychological Trauma: Theory, Research, Practice, and Policy Journal veröffentlicht wurde.
Tara Devi Rai ist Advokatin für kulturelle und politische Rechte aus der Kirat Rai (Khambu) indigenen Gemeinschaft in Nepal. Sie hat das Human Rights Film Center (HRFC) mitgegründet. Das HRFC ist eine Organisation, die sich für Menschenrechte und Würde durch visuelle Medien einsetzt, wobei sie ihre Priorität auf durch die Gemeinschaft geleitete Narrativen mit marginalisierten Hintergründen legt. Rai ist Doktorandin der Freien Universität Berlin und hat als Dozentin am National Law College, Tribhuvan University gearbeitet. Vorher hat sie als Journalistin für die Nepal Republic Media (Nepali edition), die mit der New York Times zusammenarbeitet und Geschichten von marginalisierten Gemeinschaften und darüber hinaus berichtet. Gleichzeitig war sie im Vorstand von Working Woman Journalist (WWJ) aktiv. Durch vielfältige Erfahrungen schlägt ihre Arbeit eine Brücke zwischen Engagement, Bildung und kreativer Praxis, um sich mit marginalisierten kulturellen und politischen Diskursen auseinanderzusetzen.
Berlin Team in the Humboldt Forum
Zusammen mit dem Ethnologischen Museum Berlin und dem Museum für Asiatische Kunst wird die Stiftung Humboldt Forum von der Zusammenarbeit eines engagierten Teams unserer Kolleg*innen. Einige dieser Kolleg*innen sind schon seit der Gründung der Global Cultural Assembly involviert, während andere im Laufe der Zeit dazu gekommen sind. Die Zusammenstellung des Teams entwickelt sich ständig weiter und Kolleg*innen treten in den Prozess ein und aus ihm aus, was auf der einen Seite Kontinuität erlaubt und gleichzeitig neue Perspektiven eröffnet.
Lien Heidenreich-Seleme ist Beraterin für internationale Beziehungen, Leiterin des Clusters „Eigentum und Erbe“ und leitet die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut in der Stiftung Humboldt Forum in Berlin. Von 2006 bis 2008 leitete sie das Goethe-Instituts Afghanistan, danach wurde sie Regionalleiterin für Kulturprogramme in Subsahara-Afrika beim Goethe-Institut Südafrika und anschließend Direktorin des Goethe-Instituts Los Angeles. Im Jahr 2023 ist sie dem Humboldt Forum beigetreten.
Sonja Mohr ist seit 2024 Kuratorin der Süd- und Südostasiatischen Sammlungen im Ethnologischen Museum Berlin. Nachdem sie ihr Studium an der Universität Köln abgeschlossen hat, arbeitete sie am Rautenstrauch-Joest-Museum in Köln, wo sie die Provenienzforschung sowie die Arbeitsgruppe für Nachhaltigkeit koordinierte und ab 2018 Kuratorin der Sammlungen des insularen Südostasiens.
Katharina Kepplinger ist exekutive Dramaturgin an der Stiftung Humboldt Forum im Berliner Stiftung. Sie hat Kultur- und Sozialanthropologie, Romanistik und Museologie studiert und ist seit 2019 an der Stiftung Humboldt Forum tätig. In ihrer Arbeit fokussiert sie sich auf die Entwicklung von künstlerischen und diskursiven Formaten, die sich mit sozialen Themen auseinandersetzen und den Dialog zwischen verschiedenen Gemeinschaften und unterschiedlichen Sichtweisen fördern. Zu ihren Schlüsselprojekten gehören die großen Eröffnungen des Humboldt Forums 2021 und 2022, die Global Cultural Assembly (seit 2021), Vinyago (2022) und die mexikanische Fiesta de Día de Muertos (2023,2025).
Uta Kornmeier ist Kunst- und Kulturhistorikerin mit den Schwerpunkten Wissenschaftsgeschichte und Museumswissenschaft. Sie ist seit 2020 Kuratorin für Wissenschaft und Forschung an der Akademie der Stiftung Humboldt Forum. Zuvor war sie am Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung in Berlin, am Centre for Visual Studies der Universität Oxford sowie am Berliner Museum für Medizingeschichte im Rahmen verschiedener Forschungs- und Ausstellungsprojekte tätig.
Regina Knapp ist Kuratorin für Visuelle Anthropologie in der Medienabteilug des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst Berlin. Sie ist Anthropologin und Filmemacherin und verfügt über umfangreiche Forschungs- und Dreherfahrung in Papua-Neuguinea, wo sie seit 1997 Forschungsprojekte durchführt. Zu ihren Forschungsthemen zählen Kulturwandel und –austausch (Promotion, Australian National University), Sprachdokumentation (VW-Stiftung/Max-Planck-Institut Leipzig) sowie Konzepte von Person, Zeit und Wert (University of Regina, Kanada). Als zentrale Methode in ihrer Forschung nutzt sie audiovisuelle Dokumentation und hat eine Reihe von ethnografischen Filmen und themenbezogenen Clips produziert. Ihr erster Film „Big Mama Daisy“ (1997) wurde vom IWF Göttingen produziert und beim Ethnofilmfest Berlin (1997) als bester Studierendenfilm ausgezeichnet. Ihr neuster Film „Voices of Kula“ (Wenner-Gren-Stiftung) feierte seine Premiere beim FiFo Tahiti 2022 und wurde auf verschiedenen Festivals gezeigt (GIEFF 2022, RAI 2023). Obwohl ihr regionales Interesse den gesamten Südpazifik umfasst, arbeitet Regina meist mit den Napamogona zusammen, einer Gemeinschaft im östlichen Hochland von Papua-Neuguinea. Ihre langjährige Beziehung zu den Napamogona ermöglichte es ihr, umfangreiches ethnografisches Filmmaterial zu sammeln, das teilweise in ihrem aktuellen Projekt „A Slice of Life“ verwendet wird, dem Pilotfilm für die erste Community-Telenovela des Landes. Als Kuratorin für visuelle Anthropologie am Ethnologischen Museum Berlin ist es ihr Ziel, durch Medienproduktionen wie „A Slice of Life“ neue Formen der Zusammenarbeit zu etablieren. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist die regelmäßige Vorführung ethnografischer Filmreihen. Alle zwei Jahre veranstaltet sie die Filmtage „Slices of Life“ (SoL) auf dem Forschungscampus Dahlem. Im September 2025 moderierte sie die Filmreihe „Shared Histories: Collaboration in Ethnographic Film“. Als Kuratorin ist sie zudem für das teilweise problematische Foto- und Filmarchiv des Museums verantwortlich. Ihr Ansatz besteht darin, gemeinsam mit Partner*innen aus den betroffenen Gemeinschaften an den Kolonialsammlungen zu arbeiten und so die Erzählungen des Archivs zu transformieren.
Jochen Krüger ist Historiker, der als Kurator an Ausstellungen in der Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen und dem Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin gearbeitet hat, wo er auch Aufgaben des Projektmanagements übernommen hat. Er arbeitet, mit einer kurzen Unterbrechung, seit 2021 als Ausstellungsprojektleiter bei der Stiftung Humboldt Forum. Ende 2025 trat er dem GCA-Berlin-Team bei.
Anna Schäfers ist Kuratorin für Text und Sprache im Rahmen des Projekts „Das kollaborative Museum“ am Ethnologischen Museum und am Museum für Asiatische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin. Gemeinsam mit Katharina Erben entwickelt und moderiert sie den Podcast des Projekts „Gegen die Gewohnheit“. Seit 2017 ist Anna für die Redaktion, Übersetzung und Produktion der Ausstellungstexte beider Museen im Humboldt-Forum verantwortlich. Zuvor entwickelte sie für Archimedes Exhibitions wissenschaftliche Ausstellungen und Exponate und gestaltete deren Inhalte. Sie studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Englische und Deutsche Literatur in Bonn, Montpellier und Berlin.
Andrea Scholz ist Kuratorin für transkulturelle Zusammenarbeit im Ethnologischen Museum und im Museum für Asiatische Kunst in Berlin. Sie ist ausgebildete Anthropologin mit Schwerpunkt Amazonasgebiet und hat an verschiedenen Kooperationsprojekten mit indigenen Gemeinschaften sowie an Bildungsprojekten mitgewirkt, vor allem in Lateinamerika.
Former:
Julia von Sigsfeld war von September 2023 bis Dezember 2025 im Rahmen des Projekts „Das kollaborative Museum“ als Restitutionskoordinatorin am Ethnologischen Museum Berlin und am Museum für Asiatische Kunst tätig. Zuvor arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin des Direktors der Staatlichen Ethnographischen Sammlungen Sachsen. Sie promovierte am Institut für Lateinamerikastudien der Freien Universität Berlin als Stipendiatin des Graduiertenkollegs „Minor Cosmopolitanisms“ und schloss ihre Promotion im Jahr 2020 ab.
Gründer*innen (Preparatory Group)
Die Preparatory Group (Vorbereitungsgruppe) ist das Gründer*innenteam, das die Prozesse in Gang gesetzt hat, auf denen die Global Cultural Embassy (GCE) basiert. Die Gruppe wurde im Zusammenhang mit der ersten GCA im Jahr 2022 und deren Erklärung „Würde – Transparenz – Kontinuität“ ins Leben gerufen und legte den Grundstein für die Versammlung 2025 sowie für die Ernennung der ersten Referenzgruppe.
Ihre Aufgabe bestand darin, die Voraussetzungen für internationales Engagement, institutionelle Zusammenarbeit und die Entwicklung eines sich weiterentwickelnden Leitungsmodells für die Versammlung zu schaffen. Durch die Bündelung von Fachwissen aus unterschiedlichen kulturellen, wissenschaftlichen und institutionellen Kontexten trug die Preparatory Group dazu bei, einen neuen Rahmen für die Zusammenarbeit zwischen der Stiftung Humboldt Forum, den Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und globalen Partnern zu gestalten.
Durch die Koordinierung dieser frühen Arbeitsphase und die Festlegung der wichtigsten Leitlinien fungierte die Preparatory Group als Impulsgeberin für Entwicklung der GCA von der Erklärung zur Umsetzung sowie für den Prozess, der letztendlich zur Gründung der Global Cultural Embassy (GCE) führen wird.
Achiles Mujunangoma Bufure ist derzeit Leiter der Abteilung für Programme, Ausstellungen und Entwicklung im Nationalmuseum von Tansania. Zuvor war Bufure als Direktor des Museums und Kulturhauses und später als Direktor des Dorfmuseums tätig, die beide in Daressalam ansässig sind und als Hauptstandorte des Nationalmuseums von Tansania fungieren. Zuvor war Bufure Leiter der Abteilung für Sammlungsmanagement und Konservierung, sowie Leiter der Abteilung für Ethnographie, bevor er die oben genannten wichtigen Positionen übernahm, und war zudem leitender Kurator für Ethnographie. Derzeit ist er Co-Vorsitzender des Teams für die Konzeption, Gestaltung und Umsetzung der Ausstellung „Geschichten Tansanias“ im Humboldt-Forum Berlin. Bufure war zudem Vorsitzender der „Museum Art Explosion“-Projekte („Gegen Korruption“, „Gegen Schwangerschaften bei Jugendlichen“ und „My Trash My Treasure“ (Abfallwirtschaft usw.) sowie Projektleiter des Projekts „Hope Out of Sorrow“. Bevor er zum Nationalmuseum kam, war Bufure Standortleiter der Steinzeitfundstätte Isimila und von Kalenga (Mkwawas Gedenkmuseum) in Iringa sowie von Mbozi (Meteorite) in der Region Mbeya. Er war außerdem Mitglied des Kondoa Community Engagement Project. Er hat einen Master-Abschluss in Anthropologie von der University of the Witwatersrand in Südafrika.
Feride Funda Gökçimen-Gençaslan wurde in Berlin geboren und studierte deutsche Sprache und Literatur Linguistik sowie Kunstgeschichte an der Freien Universität Berlin. Derzeit unterrichtet sie Literatur und Deutsch als Fremdsprache in Zürich. Zudem ist sie Vorsitzende und Dozentin am Sufi-Zentrum Rabbaniyya, dem Europäischen Zentrum für Sufismus und interreligiöse Begegnungen mit Sitz in Eigeltingen. Seit 1995 ist sie Auszubildende im Naqshbandiyya-Aliyyah-Orden (Istanbul, Türkei; Nordzypern) und vertritt den Orden durch Vorträge, Veranstaltungen und Workshops zu den Themen Islam, Friedensförderung, Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit sowie Gewalt- und Extremismusprävention. Sie engagiert sich aktiv in zahlreichen internationalen und interreligiösen Organisationen und wirkt an verschiedenen Projekten mit, die durch interreligiöse Initiativen in ganz Deutschland das interkulturelle Verständnis und Bewusstsein fördern. Sie hat für das Ethnologische Museum im Humboldt-Forum Berlin eine Ausstellung über den Naqshbandi-Orden kuratiert und leitet seit Februar 2023 die monatliche Vortragsreihe „Die Schatzkammer der Liebe: The Treasury of Love – Mystical Dimensions“ im Humboldt-Forum. Darüber hinaus ist sie Vorsitzende der Preparatory Group für die Global Cultural Assembly, die seit 2022 in der Entwicklung ist.
Fabiano Kueva wurde im Jahr 1972 in Quito geboren. Er ist sowohl Künstler als auch Kurator und Mitglied der Kollektive „Películas La Divina“ (1992–1997), „Centro Experimental Oído Salvaje“ (1996–2016), „Laboratorio Solanda“ (seit 2016) und „Global Cultural Assembly“ (2023–2025). Seine Projekte erstrecken sich über Museen, öffentliche Räume und kommunale Kontexte, einschließlich Radio-, Satelliten- und Web-Übertragungen. Er hat mehrere Musikalben, Bücher und Artikel veröffentlicht und an akademischen Symposien sowie internationalen Ausstellungen in ganz Amerika und Europa teilgenommen bzw. hat diese organisiert. Zu seinen Auszeichnungen zählen der „Radio Drama Award – 3. Lateinamerikanische Radio-Biennale“ (Mexiko, 2000), der „Paris Award – 9. Internationale Biennale von Cuenca“ (Ecuador, 2007), der „Mariano-Aguilera-Preis“ (Ecuador, 2015), „Bester internationaler Spielfilm – Internationales Filmfestival von Chiloé“ (Chile, 2021) sowie einen „Acquisition Award – 15. Internationale Biennale von Cuenca“ (Ecuador, 2021). Er nahm an der 10. Biennale von Havanna (Kuba, 2009), dem Stipendium des Prince Claus Fund (2010), der 2. Biennale von Montevideo (Uruguay, 2014) und der 56. Biennale von Venedig (Italien, 2015) sowie am Cisneros Institute – MOMA Artist Research Fellowship (2024) teil. Kueva hat an Künstlerresidenzprogrammen bei APEXART (New York), in der Villa Waldberta (München), bei Lugar a Dudas (Cali) und bei OBORO (Montréal) teilgenommen. Er lebt und arbeitet in Ecuador.
Website: https://fabianokueva.net/
Laibor Kalanga Moko ist Anthropologe und Postdoktorand am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie der Universität Hamburg. Er ist in Oltukai, einem Dorf der Massai-Hirten im Norden Tansanias, geboren und aufgewachsen. Laibor Kalanga Moko beschäftigt sich mit Themen wie der Dekolonialisierung von Museen, der Provenienzforschung, der Rückgabe von Kulturgütern und der Rückführung menschlicher Überreste. Er arbeitet mit verschiedenen Gemeinschaften in Tansania zusammen, darunter seiner eigenen, den Massai, den Meru, den Chagga, den Hehe und den Ngoni.
Die Filmemacherin, Produzentin und unabhängige Forscherin Augustine Moukodi verortet ihre Arbeit an der Schnittstelle von Kino, Geschichte und afrikanischen Erinnerungslandschaften. Nach einer Ausbildung in Management und Verwaltung in Kamerun und einem anschließenden Online-Studium an der HEC Morocco wandte sie sich, getrieben von dem Bedürfnis, die aus dem Kolonialismus übernommenen sozialen Strukturen und die Tabus der offiziellen Geschichtsschreibung zu hinterfragen, sowie von dem Ziel, sensible gesellschaftliche Themen anzugehen und ihre Forschung voranzutreiben, 2008 dem Film und der audiovisuellen Produktion zu. Seit 2017 leitet sie die Produktionsfirmen Zili Jungle Studios und Racines Mboa, Plattformen, über die sie in Zusammenarbeit mit Partner*innen ein engagiertes Kino entwickelt, das von einem visuellen Ansatz geprägt ist, der kollektive Erzählungen und intime Erfahrungen in den Mittelpunkt stellt. Im Rahmen dieser Strukturen produziert und koproduziert sie historisch fundierte Werke, darunter „Our Wishes“ des Filmemachers Jean-Pierre Bekolo, das während des Vienna International Festival im Leopold Museum präsentiert wurde. Zu ihrer Karriere gehört die Produktion der Kinderfernsehserie „Game Over Show“, die von 2012 bis 2014 in der zentralafrikanischen Subregion ausgestrahlt wurde. Im Jahr 2022 koproduzierte sie „Walaandé, The Art of Sharing a Husband“, eine Verfilmung des Romans von Djaïli Amadou Amal, einem bedeutenden Werk, das soziale Dynamiken und die Lebenswege von Frauen in der Sahelzone beleuchtet. Ihre Filme und Koproduktionen – darunter ihr Spielfilm „NEMA“, in dem sie die Spannungen zwischen Tradition, Moderne und unsichtbaren Formen des Widerstands thematisiert, sowie die Koproduktion „Minimal in the Titanic World“ des ruandischen Filmemachers Samuel Ishimwe wurden auf internationalen Festivals wie dem Göttinger Filmfestival und der Berlinale gezeigt. Neben ihrer filmischen Arbeit nimmt Augustine an Konferenzen und Fachtagungen teil, die sich mit der Rolle von Frauen in der Kulturpolitik und mit postkolonialen Erinnerungsfragen befassen. Zudem ist sie Initiatorin von „MWANO“, einer dekolonialen Erforschung der Foto- und Tonarchive des Ethnologischen Museums Berlin. Dieses Kooperationsprojekt zwischen Kamerun und Deutschland, das von einem Team aus sechs Frauen getragen wird, wird 2026 mit einer Ausstellung in beiden Ländern seinen Höhepunkt finden. Seit der Versammlung im Jahr 2022 ist sie außerdem Mitglied der Global Cultural Assembly.
Deepak Tolange ist ein Filmemacher, Fotograf und Forscher aus Nepal, der sich für Innovation, Geschichte, Kultur, Umwelt und soziale Gerechtigkeit interessiert. Deepak Tolange schloss sein Masterstudium in Visueller und Medienanthropologie an der Freien Universität Berlin mit einem DAAD-Stipendium ab (2014–2016). Nach seinem Abschluss arbeitete Deepak zwei Jahre lang als freiberuflicher Filmemacher und Fotograf in Deutschland und Tansania. Seit 2018 ist er als Gastdozent an der Kathmandu-Universität tätig, wo er zwei Kurse unterrichtet: „Fotojournalismus“ und „Filmproduktion“. Deepak hat außerdem zwei Weiterbildungsprogramme bei der VII Foundation in Frankreich absolviert: „Level 1 in Fotojournalismus und Dokumentarfotografie“ (2023) und „Level 2 im Programm für visuellen Journalismus“ (2025). Seine kreative Arbeit, die Malerei, Fotografie und Dokumentarfilm umfasst, wurde mit zahlreichen bedeutenden Preisen ausgezeichnet. Einige seiner Filme sind im Museum für Asiatische Kunst im Humboldt-Forum in Berlin sowie im Patan-Museum in Nepal ausgestellt. Seit 2025 kuratiert er ehrenamtlich den „Film Room“ im Patan-Museum. Derzeit arbeitet Deepak an zwei Forschungs- und Filmprojekten: „Raute, die letzten nomadischen Jäger und Sammler in Nepal“ und „Shiva Linga: Eine visuelle Suche nach der Herkunft und Bedeutung eines heiligen Artefakts aus Nepal“.
Michael Nicoll Yahgulanaas ist bildender Künstler und Autor, dessen Werke weltweit in öffentlichen Räumen, Museen, Galerien und Privatsammlungen ausgestellt wurden. Seine Kunstwerke befinden sich in bedeutenden institutionellen Sammlungen wie dem British Museum, dem Metropolitan Museum of Art, dem Seattle Art Museum, der Vancouver Art Gallery und dem Humboldt-Forum.
Diana Guzmán (Mirigõ) und Orlando Villegas (Majã Piria) leben in Mitú, Vaupés, Kolumbien, und arbeiten an der Escuela Normal Superior Indígena Maria Reina. Als Lehrkräfte für Spanisch und indigene Sprachen (Diana) sowie für Sport und Bewegungserziehung (Orlando) engagieren sie sich intensiv für die Umsetzung indigener Bildung, und Diana leitet zudem ein kleines Gemeindemuseum an der Schule mit eigener Sammlung. Beide setzen sich für die Erhaltung und Förderung indigener Sprachen und Kultur in ihrem traditionellen Territorium ein und stehen seit 2014 in Kontakt mit dem Ethnologischen Museum Berlin. Im Rahmen eines langfristigen Kooperationsprojekts fanden mehrere Sammlungsbesuche und Workshops in Berlin, Mitú und Macucu, Orlandos Herkunftsgemeinde, statt.