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Berliner Tanzkünstler*innen laden zum gemeinsamen Forschen, Bewegen, in Frage Stellen ein

Über das Projekt

Seit dem Sommer 2021 forschen Berliner Künstler*innen in den neu eröffneten Räumen des Forums und laden Stadtbewohner*innen ein, in regelmäßigen Abständen ihre Untersuchungen des Ortes, seiner Geschichte und seiner Sammlungen zu erleben und mitzugestalten: nicht nur Publikum zu sein, sondern auch spontane Zeug*in einer öffentlichen Probe, Mitwirkende in einem Workshop, Dialogpartner*in im Gespräch.  Open Calls laden regelmäßig zur Beteiligung an den künstlerischen Arbeiten selbst ein.

In vier Kapiteln befasst sich Moving the Forum mit der kontroversen (Neu-)Platzierung eines Gebäudes im Zentrum Berlins: Approaching untersucht die physischen und historischen Routen zum neuen Standort des Humboldt Forums sowie die Bedingungen, unter denen seine Schwelle überschritten werden kann; Listening fokussiert sich auf das Innere, um Echos und Stimmen wahrzunehmen, die dort Widerhall finden. Durch Inhabiting wird der neue Stadtraum in Besitz genommen und dabei zugleich thematisiert, wer und was zurückgelassen wurde; und Interacting widmet sich dem Dialog zwischen der Institution und der Welt, die weitgehend außerhalb ihrer Mauern liegt.

Über das Eröffnungsjahr des Hauses sind fast 40 Berliner Tanzschaffende in Residenz in den kontroversen Räumen des Humboldt Forums. Mit ihren Körpern und Positionen verorten sie sich nicht nur in der Architektur, sondern auch zu Geschichte und Ausstellungsinhalten. Nach einer kollektiven inhaltlichen Vorbereitungsphase arbeiten die Künstler*innen in Teams mit einem je eigenen thematischen Ansatz zusammen. Dabei laden sie Berliner*innen unterschiedlichster Generationen und Kontexte ein, ihre künstlerischen Prozesse mitzugestalten. Gemeinsam loten sie die Möglichkeiten aus, die Institution in Bewegung zu versetzen.

Als Auftakt zu dem Projekt arbeiteten im Frühsommer 2021 Studierende des Hochschulübergreifenden Zentrum Tanz Berlin (HZT) in Residenz am Humboldt Forum.

Die weiteren Residenzen finden in vier thematischen Blöcken zwischen Sommer 2021 und 2022 verteilt auf den Ausstellungs- und Laufflächen, im großen Foyer sowie im Schlüterhof und den Außenbereichen des Humboldt Forums statt. Sie beinhalten neben öffentlichen Proben auch Workshops und Diskussionsformate, die Besucher*innen in die künstlerische Arbeit und ihre Recherche involvieren und viele Möglichkeiten für direkte Begegnungen und Austausch anbieten. Zum Abschluss jedes Residenzblocks stellen die Künstler*innen und Teilnehmer*innen die Ergebnisse ihrer Recherche in einem gemeinsamen Präsentationsformat vor. Wer hat bewegt? Wer wurde bewegt? Was hat sich bewegt?

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Kapitel 1 “Approaching” (23.08.-09.10.201)

Zum Auftakt von Forum in Bewegung untersuchen drei der insgesamt zwölf künstlerischen Teams, was es bedeutet, sich dem Humboldt Forum von außen zu nähern und unter welchen Bedingungen dieser neue, vielfach umstrittene Stadtraum betreten werden kann. Audiowalks, performative Aktionen und die Politik des Spiels ermöglichen es den Projektteilnehmer*innen, sich mit den institutionellen, architektonischen und historischen Spannungen im Forum auseinanderzusetzen.

Ab dem 23. August arbeiten die Künstler*innen für sechs Wochen gemeinsam mit Bürger*innen Berlins vor Ort. Am 9. Oktober 2021 präsentieren sie die Ergebnisse der künstlerischen Recherchen – begleitet von diskursiven Veranstaltungen, die auf einen kritischen Dialog abzielen.

Hagar Ophir beschäftigt sich in Ihrer künstlerischen Recherche mit der Behandlung ethnologischer Objekte und dem Weg, den sie zurückgelegt haben. Unter dem Titel Restless Objects hinterfragt sie außerdem die Darstellung der Abwesenheit von Objekten, und erprobt beispielhaft die Entleerung des Ausstellungsraums von seinen Objekten.

Tamar Grosz, Guilherme Morais, Marcelo Omine und Emilio Gordoa setzen sich gemeinsam mit Schüler*innen einer achten Klasse mit dem Unterlaufen von Hierarchien und Kontrollstrukturen auseinander – die Perspektive der Jugendlichen stets im Fokus.

Gabriele Reuter, Marcelo Schmittner und Charlotte Virgile forschen in ihrer Arbeit Listening Bodies (Hörende Körper) zum Thema Gemeinschaft. Anhand von Zeitzeugengesprächen der letzten vierzig Jahre entwickeln sie gemeinsam mit einer Gruppe von Teilnehmenden Audio-Walks zur kontroversen Vergangenheit des Ortes.

 

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