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BACH UND BALAFON

Die lautten compagney BERLIN fragt mit ihrem Kamerun-Projekt nach den Möglichkeiten einer Musik jenseits des kolonialen Kanons. Dabei stehen zwei musikalische Traditionslinien im Mittelpunkt: Die reiche Musiktradition des Balafon, ein Idiophon, das im westafrikanischen Raum bereits seit dem 13. Jahrhundert gespielt wird, trifft auf Musik von Johann Sebastian Bach, gespielt auf historischen Instrumenten des 17. Jahrhunderts. Das Balafon gilt als Erfindung der Sosso, dessen König Soumaoro Kantè ein Balafon mit magischen Kräften besessen habe soll. Das Ethnologische Museum bewahrt in seiner Sammlung mehrere Exemplare.

Zu den Musiker*innen, die das reiche Erbe des Balafon lebendig halten und für die Gegenwart neu interpretieren, gehört der in Kamerun geborene Percussionist und Komponist Ba Banga Nyeck. Auf der Grundlage des traditionellen Fünfton-Balafons hat er vor zehn Jahren ein neues chromatisches Balafon mit zwölf Tönen entwickelt, um auch Bachs Musik auf dem Instrument spielen zu können.

Wie klingt es, wenn dieser balafone Bach mit dem historischen Barocksound ins Gespräch kommt? Und wie lassen sich die hypnotischen Patterns mit kontrapunktischen Fugen fusionieren? Solche Klang-Experimente sind bei dieser Ausgabe der MUSICAL BELONGINGS im Humboldt-Forum zu erwarten. Auf visueller Ebene wird der kamerunische Künstler Tanka Fonta das Projekt mit einer seiner mythopoetischen Bilderzählungen begleiten.

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