Cirilo Tokumbó hält seine Hände in eine Quelle nahe der Gemeinschaft Tekoha Anhentenguá, Porto Alegre, Rio Grande do Sul, Brasilien
© Rodrigo Duarte, 2025
Bild 1:
Cirilo Tokumbó hält seine Hände in eine Quelle nahe der Gemeinschaft Tekoha Anhentenguá, Porto Alegre, Rio Grande do Sul, Brasilien
© Rodrigo Duarte, 2025
Vergangene Termine
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Leonel Vásquez lässt Flusssteine klingen, Alejandro Salcedo malt mit Erde: Beide arbeiten im Páramo de Sumapaz, wo das Wasser als Nebel beginnt. Mit der Kuratorin Juliana Steiner Fraser erzählen sie von der Wasserschule (Escuela del Agua) und von einem Wissen, in dem das Sichtbare vom Unsichtbaren getragen wird.

Nhé’ẽ sind zirkuläre Gespräche, die zum Austausch von Wissen, Erfahrungen und Perspektiven einladen. Der Begriff stammt aus der Sprache der Guarani und bezeichnet unter anderem das Wort, die Stimme und die Sprache, aber auch den Geist.

Beteiligte

Leonel Vásquez (Bogotá, 1981) ist ein kolumbianischer Klangkünstler. Er entwickelt Hörinstrumente, Räume und Hörerfahrungen als politische, ästhetische und regenerative Praktiken. Seine Arbeit erforscht mehr-als-menschliche Klangakteure wie Wasser, Bäume, Steine, Wale und Milch. Im Mittelpunkt stehen die Anerkennung der Natur als Opfer des bewaffneten Konflikts in Kolumbien sowie die symbolische Wiedergutmachung von Flüssen und Wäldern. Er fördert relationale Hörpraktiken und akustische Gemeinschaften. Seine Forschung befasst sich mit Kosmo-Resonanzen, interspezifischer Fürsorge und akustisch-poetischer Restaurierung. Er leitet die Estación de Escucha de Alta Montaña im Páramo de Sumapaz, einen Ort des Dialogs mit dem Lebendigen und der Würdigung des Wassers.

Der kolumbianische Klangkünstler Leonel Vásquez bei Aufnahmen im Meer
© Mapa López

Alejandro Salcedo ist Künstler und Forscher aus Bogotá. Er arbeitet vor allem mit Malerei, Film und kollaborativer Kunst. In seiner Praxis untersucht er Formen kollektiven Arbeitens mit menschlichen und mehr-als-menschlichen Akteur*innen im Zusammenhang mit der Idee des Paradieses. Dabei werden Vorstellungen von Gerechtigkeit, Gleichgewicht und Symbiose als gesellschaftliche Experimente im Kleinen erprobt. Salcedo studierte an der Universidad Nacional de Colombia und absolvierte anschließend einen MAFA sowie einen MRes am Chelsea College of Art and Design. 2023 nahm er mit Minuta am XII. Premio Luis Caballero teil. Seit 2019 entwickelt er den Film Veintes, der den Taumel dieses Jahrzehnts reflektiert.

Porträt des Künstlers Alejandro Salcedo während des Performance- und Tanzkunstprojekts „THISNESS, del volverse esto o aquello“ („Diesheit, vom Werden dieses oder jenes“)
© Juanita Gonzalez Cardona

Juliana Steiner Fraser ist eine unabhängige Kuratorin und Forscherin in Bogotá. Ihre Arbeit verbindet zeitgenössische Kunst, Pädagogik, Architektur und politische Ökologie. Sie ist Associate Curator der Bogotá Biennale (2027). Zu ihren jüngsten Projekten zählen die erste New Yorker Einzelausstellung von Leonel Vásquez bei 601 Artspace (2026) sowie Ecotono: Chagras, Payaos, Camellones für Common Ground am Bard College (2022-2023). Daraus ging die Publikation Ecotone: Silent Revolutions (2025) hervor, die für die XIV. Iberoamerikanische Architektur- und Urbanismusbiennale (2026) nominiert wurde. Sie ist Mitbegründerin von La Reserva Guatoc und Espacio Odeón, Mitglied von entre—ríos und lehrt an der New York University.

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