Südpfeil
dauerhaft
{{ time.start_TS | TS2dateFormat('MMM') }}
{{ time.start_TS | TS2dateFormat('YYYY') }}
| kostenfrei |
| Außenraum, Nordfassade Humboldt Forum |
Mit Südpfeil setzt der preisgekrönte Berliner Architekt und Künstler Jürgen Mayer H. am 15. April 2026 einen fast vier Meter langen bronzefarbenen Pfeil in die Nordfassade des Humboldt Forums – eine Intervention, die sofort ins Auge fällt und Fragen aufwirft. Inspiriert vom Phänomen der „Pfeilstörche“ – jenen Zugvögeln, die mit afrikanischen Pfeilen im Gefieder erstmals globale Migrationswege sichtbar machten –, greift Südpfeil kulturelle und koloniale Bezüge auf und setzt einen markanten Akzent in der Fassade.
Laut dem Künstler und Architekten verweist der Pfeil „auf die Spannungen zwischen den Industrienationen und den ehemaligen Kolonien des Globalen Südens, die bis heute in wirtschaftlichen, kulturellen und politischen Kontexten nachwirken. Er steht nicht nur für historische Missstände, sondern auch für aktuelle Herausforderungen der globalen Ungleichheit und die Notwendigkeit einer gerechten Versöhnung.“
Die Arbeit ist das achte und letzte Kunst-am-Bau-Werk am Humboldt Forum und ging aus einem offenen, anonymen Wettbewerb mit 130 Einreichungen hervor.
Die Jury lobte den Vorschlag aufgrund der minimalistischen Einfachheit und Subtilität des Werks im Kontrast zum massiven Baukörper, in die der Pfeil eindringt.
„Diese Intervention verbindet historische, kulturelle und künstlerische Aspekte und thematisiert die Kolonialgeschichte und ihre Auswirkungen. Die Art der Gestaltung und die Integration des Werks in die Fassade laden Betrachter dazu ein, über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Ortes nachzudenken. Es ist ein Kunstwerk, das in seiner Ambivalenz provoziert, hinterfragt und zugleich zur Reflexion anregt. (…) Das Werk fügt sich in das Gesamtbild ein, ohne die ursprüngliche Gestaltung zu dominieren, und schafft es dennoch, eine starke inhaltliche Aussage zu vermitteln. Mit Südpfeil gelingt es dem Künstler, eine präzise künstlerische Setzung vorzunehmen, die nicht belehrend ist und ohne großen theoretischen Überbau dazu einlädt, intellektuell und emotional zu reagieren. (…) Das Besondere dieser Arbeit ist neben ihrer Bedeutungsstärke, Ambivalenz, Vieldeutigkeit und Offenheit, dass sie sowohl in ihrer einladenden Geste als auch angriffigen Gefährlichkeit auf allen Ebenen weitergedacht werden kann.“